Auktion 161

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Samstag, 24. Oktober 2026

Lose 1 - 1706

Los 153 Fragment eines lateinischen …

Fragment eines lateinischen Breviers mit Texten aus der Legende der heiligen Caecilia und einer Beda Homilie. Handschrift in Rot und Schwarz auf Pergament. 28 Zeilen. Schriftspiegel ca. 6,5 x 9,5 cm, Blattgröße ca. 9 x 12,5 cm. Gotische Textualis in zwei Schriftgrößen, dunkelbraune Tinte, Rubriken in Rot. Doppelblatt, Seiten. Als Einbandmakulatur wiederverwendet, mit rechteckigen Ausschnitten für Bundaussparungen eines frühneuzeitlichen Einbands. An einer Seite beschnitten, fleckig, wurmstichig, mit Textverlusten. Nordfrankreich, oberdeutscher Raum, ca. 1270-1330.

Mittelalter

Manuskripte und Urkunden – Proveninenz: Nachlass eines Buchbinders. - Makulaturfragment aus einem Einband. - Zur Paläographie: Gotische Textualis in dunkelbrauner Tinte, in zwei Schriftgrößen. Die Schrift ist regelmäßig, seitlich zusammengedrängt und eckig, mit gebrochenen Schäften, Schleifenoberlängen und betonten, dicht gesetzten Minimen. Diese Merkmale kennzeichnen die nördliche Textualis und unterscheiden sie von der runderen Rotunda Italiens und Südeuropas. Zahlreiche Kürzungen, Rubriken, Lombarden und Paragraphenzeichen in Rot. Kleinere Einschübe in Notula. Schriftbild, Kleinformat und die Ausstattung sprechen für eine Entstehung nördlich der Alpen, am ehesten in Nordfrankreich oder im oberdeutschen Raum, um 1300. Zum Inhalt: Es überliefert liturgische Lesungen aus der Passio der heiligen Caecilia, darunter Stellen um Valerianus, die Antiphon "Cantantibus organis" und das Gebet »Domine Iesu Christe, seminator casti consilii«. Dazwischen steht ein größerer Abschnitt der Beda Homilie LXXI. In solemnitate Omnium Sanctorum. Die Abfolge von Caeciliapassio und Beda-Homilie entspricht der Reihenfolge des Novembersanktorale (Allerheiligen bis Caecilia) und deutet auf ein Brevier mit vollständigem Heiligenproprium. - Caecilia gehört zu den am meisten verehrten römischen Märtyrerinnen. Sie wurde seit dem frühen Mittelalter als Patronin der Musik, der Jungfräulichkeit und der geistlichen Vermählung verehrt. Ihre Passio ist teils apokryph, war aber weit verbreitet und fand bis zum 9. Jahrhundert Eingang in den liturgischen Gebrauch. Bedas Homilien (ca. 673-735), besonders die zu den hohen Festen, blieben jahrhundertelang Standardlesungen in klösterlichen Gemeinschaften. Das Vorkommen beider Texte in diesem Fragment deutet auf ein Brevier oder Homiliar hin, das für eine Gemeinschaft mit besonderer Caeciliaverehrung und Zugang zu Bedas Predigtwerk eingerichtet wurde.

Manuscripts – Middle Ages. - Bifolium Fragment of a Latin breviary with texts from the legend of Saint Cecilia and a homily by Bede. Manuscript in red and black on vellum. 28 lines. Written space approx. 6.5 x 9.5 cm, leaf size approx. 9 x 12.5 cm. Gothic textualis in two sizes, dark brown ink, rubrics in red. Bifolium, number missing pages. Reused as binding waste, with rectangular cut-outs for the sewing-support slots of an early modern binding. Trimmed at one side, stained, wormed, with losses to the text. Northern France or Upper German region, ca. 1270-1330. Provenance: Estate of a bookbinder. Binding waste fragment from a binding. Palaeography: Gothic textualis in dark brown ink, in two sizes. The script is regular, laterally compressed and angular, with broken shafts, looped ascenders and emphatic, closely set minims. These features characterise northern textualis and distinguish it from the rounder rotunda of Italy and southern Europe. Numerous abbreviations, rubrics, Lombardic initials and paragraph marks in red. Smaller insertions in notula. The script, the small format and the decoration suggest production north of the Alps, most likely in northern France or the Upper German region, around 1300. Content: The fragment transmits liturgical readings from the Passio of Saint Cecilia, including passages concerning Valerian, the antiphon Cantantibus organis and the prayer Domine Iesu Christe, seminator casti consilii. Between them stands a larger section of Bede's Homily LXXI, In solemnitate Omnium Sanctorum. The sequence of the Cecilia passio and the Bede homily corresponds to the order of the November sanctorale (All Saints to Cecilia) and points to a breviary with a complete proper of saints. Cecilia is one of the most venerated Roman martyrs. From the early Middle Ages she was revered as patron saint of music, virginity and spiritual marriage. Her Passio is partly apocryphal but was widely circulated and entered liturgical use by the 9th century. Bede's homilies (ca. 673-735), especially those for the major feasts, remained standard readings in monastic communities for centuries

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