Auktion 159

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Samstag, 25. April 2026, 10:00 Uhr

Los 891 u.a, Georg Christoph Kilian. Abbildungen der Gemälde und …

Abbildungen der Gemälde und Alterthümer, welche seit 1738 sowohl in der verschütteten Stadt Herkulaneum, als auch in den umliegenden Gegenden an das Licht gebracht worden, nebst ihrer Erklärung von Christoph Gottlieb von Murr. Nach den Original-Kupferstichen in Contorni verfertigt und herausgegeben von Georg Christoph Kilian. 9 Teile (1-7, 8.1, 8.2) in 3 Bänden. Mit 8 (von 9) gestochenen Titelvignetten, 16 Textkupfern, wovon 4 zusätzlich radiert, und 638 (von 643) teils ganzseitigen Umrissradierungen auf 519 (von 524) teils gefalteten Tafeln. Augsburg: Christian Deckart und Christoph Friedrich Bürglen (Tle. 8.1, 8.2), 1777-1799. Ldr. d. Zt. auf 5 Bünden mit goldgepr. RTit. nebst Num. auf Ldr.-Schildern, Vorsätzen aus farbigem Modelldruckpapier und umseitigem Rotschnitt (die Rücken an den Kapitale altrestauriert, beschabt, berieben).

Architektur – Ansprechend bebilderte deutsche Ausgabe des ersten umfassenden Berichts über die Ausgrabungen in Herkulaneum. - VD18 90081617 (Tl. 1), 90081625 (Tl. 2), 90081633 (Tl. 3), 90081641 (Tl. 4), 9008165X (Tl. 5), 90081668 (Tl. 6), 90081676 (Tl. 7), 90081684 (Tl. 8.1), 90081692 (Tl. 8.2). - Vgl. Borroni 5433. - Cicognara II, 2645. - Ebert 11373 (datiert Tle. 8.1. u. 8.2. mit 1801). - Garcia 9709. - Das vorliegender Ausgabe zugrunde liegende Werk "Le Antichità di Ercolano esposte" wurde zwischen 1755 und 1792 in 9 Bänden als Prestigeprojekt des Königs beider Sizilien, Karl III., veröffentlicht. Der herausragende archäologische Wert der Funde von Herkulaneum liegt in deren vergleichsweise guter Erhaltung, da die antike Stadt im Zuge des Ausbruchs des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. durch einen pyroklastischen Strom in kurzer Zeit mit großer Hitze quasi versiegelt worden war. - Der Augsburger Kupferstecher und Verleger Georg Christoph Kilian (1701-89) wollte dem internationalen Interesse an dem Ausgrabungsprojekt gerecht werden. Da das Original nur in kleiner Auflage erschienen war, fertigte Kilian vereinfachte Umrissradierungen der spektakulären, meist aufwändig radierten Originalstiche an und gewann den renommierten Kunsthistoriker Christoph Gottlieb Murr (1733-1811) diese zu beschreiben. Kilian selbst besorgte die Teile 1-6. Die Teile 7, 8.1 und 8.2 sowie ein Ergänzungsband (VD18 90229312, in diesem Exemplarsatz fehlend) folgten posthum in den Jahren 1794 bis 1799 als Erweiterung der hier vorliegenden zweiten Auflage der Teile 1-6 und wurden von Kilians Enkel Christoph Friedrich Bürglen herausgegeben, der die Urheberrechte geerbt hatte (siehe Verlagsvermerk in Tl. 7, S. 3). Bürglen gewann Johann Baltasar Probst und Friedrich Leitzelt als beitragende Kupferstecher, wobei letzterer auch als Herausgeber fungierte. - Kollation: 10 (Tit., Widm., Privileg, Vorw.), 16 S. 4 (Tit., Vorw.), VI, 20 S. 2 (Tit.), 20 S. 2 (Tit.), 28 S., XVI (inkl. Tit. u. Vorw.), 31 (1, Errata für Tl. I-V) S. 4 (Tit., Vorw.), 36 S. 4 (Tit., Vorw.), IV (Vorw.) S., 63 (1) S., 2 (Tit.), XIV, 24 S., 2 (Tit.), 18 S. - Provenienz: 1. Bibliothek des Benediktinerklosters Ochsenhausen (Deutschland), mit einer lateinischen Anmerkung des Bibliothekars auf dem ersten fliegenden Vorsatz verso von Tl. 1, in der der Abt des Klosters Romuald Weltin (1723-1805) erwähnt wird, datiert 1791, und Stempeln der Bibliothek auf den Titelseiten der Teile 1, 4 und 7. Die Bibliothek wurde 1825 von ihrem Besitzer, dem österreichischen Kanzler Klemens von Metternich, aufgelöst. 2. Joseph Schönmann (1799-1879), österreichischer Maler, mit seiner Feder- und Tintenunterschrift auf den Titelseiten der Teile 1, 4 und 7. Schönmann lebte von 1832 bis 1848 in Italien und besuchte unter anderem 1834 Neapel (und vermutlich auch Ercolano). Auf dem zweiten Vorsatzblatt recto von Tl. 1 dokumentierte Schönmann seinen Kauf des vorliegenden Sets: "20 Sendi. Rom. 1836. Schönmann." 3. Ein dritter, nicht identifizierbarer Besitzer vermerkte ebenfalls seinen Kauf, unterhalb von Schönmanns Eintrag: "30 flor. Gulden Vienne 1873 ..." 4. Georg Daumer. 5. Heinrich Lafite, mit seiner Bemerkung darunter ebendort: "cca. 1890 von Georg Daumer übergegangen in den Besitz von Heinrich Lafite". - Fehlt Titelvign. v. Tl. 6 sowie 5 Stiche auf 3 Tafeln in Tl. 6 bzw. 2 Tafeln in Tl.7. Einige Bl. (v.a. Titelbl.) mit kleinen Daumenregistern. - Teilweise etwas gebraunt, die Tafeln teilweise etwas knickspurig. - Insgesamt wohlerhaltener, in dieser (beinahen) Vollständigkeit seltener Exemplarsatz des monumentalen Kupferstichwerks.

Architecture – Attractively illustrated German edition of the first comprehensive report on the excavations at Herculaneum. - For references see above. - The work on which this edition is based, 'Le Antichità di Ercolano esposte', was published between 1755 and 1792 in 9 volumes as a prestigious project of the King of the Two Sicilies, Charles III, in Naples. The outstanding archaeological value of the finds at Herculaneum lies in their comparatively good state of preservation, as the ancient city was virtually sealed by a pyroclastic flow of intense heat in a short period of time during the eruption of Vesuvius in 79 AD. The Augsburg engraver and publisher Georg Christoph Kilian (1701-89) wanted to do justice to the international interest in the excavation project. Since the original had only been published in a small edition, Kilian produced simplified outline etchings of the spectacular, mostly elaborately etched original engravings and enlisted the renowned art historian Christoph Gottlieb Murr (1733-1811) to describe them. Kilian himself was responsible for parts 1-6. Parts 7, 8.1 and 8.2, as well as a supplementary volume (VD18 90229312, missing from this set) followed posthumously between 1794 and 1799 as an extension of present second edition of parts 1-6 and were published by Kilian's grandson Christoph Friedrich Bürglen, who had inherited the copyright (see publisher's note in pt. 7, p. 3). Bürglen gained Johann Baltasar Probst and Friedrich Leitzelt as contributing engravers, with the latter also acting as publisher. - Collation: 10 (title, dedication, privilege, preface), 16 pp. 4 (title, preface), VI, 20 pp. 2 (title), 20 pp. 2 (title), 28 pp., XVI (including title and preface), 31 (1, errata for parts I-V) p. 4 (title, preface), 36 p. 4 (title, preface), IV (preface) p., 63 (1) p., 2 (title), XIV, 24 p., 2 (title), 18 p. - Provenance: 1. Library of the Benedictine monastery of Ochsenhausen (Germany), with a Latin note on first fly-leaf verso of pt. 1 by the librarian mentioning the abbot of the monastery, Romuald Weltin (1723-1805), dated 1791, and library stamps on the title pages of parts 1, 4 and 7. The library was dissolved in 1825 by its owner, the Austrian Chancellor Klemens von Metternich. 2. Joseph Schönmann (1799-1879), Austrian painter, with his pen and ink signature on the title pages of parts 1, 4 and 7. Schönmann lived in Italy from 1832 to 1848 and visited Naples (and presumably also Ercolano) in 1834, among other places. On 2nd fly-leaf recto of pt. 1, Schönmann documented his purchase of this set: '20 Sendi. Rome. 1836. Schönmann.' 3. A third, unidentifiable owner also noted his purchase, below Schönmann's entry: "30 flor. Gulden Vienne 1873 ..." 4. Georg Daumer. 5. Heinrich Lafite, with his note below the others: 'cca. 1890 transferred from Georg Daumer to the ownership of Heinrich Lafite'. - Title vignette from Part 6 and 5 engravings on 3 plates in Part 6 and 2 plates in Part 7 are missing. Some leaves (especially title leaves) with small thumb tabs. - Somewhat browned in places, the plates show some crease marks in places. - Overall, a well-preserved set of this monumental copperplate engraving, rare in this (almost) complete form.

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Schätzpreis: 3000 €

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