Online Katalog mit allen Losen / Auktion 161
Wertvolle Bücher, Graphik, Historische Photographie
Samstag, 24. Oktober 2026
Lose 1 - 1706
Los 836 Friedrich Nietzsche. Dionysos Dithyramben. Mit …
Dionysos Dithyramben. Mit illustriertem, in Purpur gedrucktem und zusätzlich (von G. Hewitt) handvergoldetem Titel, Buchschmuck und Typographie von Henry van de Velde. 4 w. Bl., 1 Bl. (Vortit. mit Verlagssignet), 32 S., 1 Bl. (Druckverm. recto), 4 w. Bl. Leipzig, Insel, o.J. (1914). Lex-4°. Rostbrauner Meistereinband aus Kapsaffianleder (sign. KGS Weimar) auf fünf erhabenen Bünden mit goldgeprägtem Deckeltitel und -vignette, durchgehende goldgeprägte Deckelkantenfileten und Kopfgoldschnitt (mit geringfügigen Kratzspuren, verso minimal und kaum sichtbar fleckig).
Nietzscheana - Sammlung Dite
Philosophie und Soziologie – Das letzte von Nietzsche zur Publikation vorbereitete Werk, in der wohl elegantesten der drei von Van de Velde für die Insel gestalteten Nietzsche-Ausgaben. - Brinks, VdV 124 und S. 192 ff. - Papiergesänge 31. - Sarkowski 1200. - Schauer I, 61 u. II, 16 (Abb.) - WNB I, 224. - Slg. Achilles 27. - Eines der wenigen erhaltenen Exemplare mit Handvergoldung aus einer Auflage von 130 Exemplaren auf englischem Bütten mit Wasserzeichen "Aldwych" (Gesamtauflage 150). - "Über den Umfang der Vergoldung korrespondierte Kippenberg mit Graily Hewitt, dem englischen Vergolder, dem er nicht nur die 20 Exemplare auf Pergament, sondern auch zahlreiche auf Bütten gedruckten Rohexemplare zum Vergolden des Titels nach England geschickt hatte". Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die Bücher und Druckbogen jedoch als "Feindgut" betrachtet und nach Übergabe an die englischen Behörden zu Schleuderpreisen an einen englischen Provinzbuchhändler verkauft. "Die zwanzig auf Pergament gedruckten Exemplare spürte Kippenberg auf Umwegen im feuchten Keller eines provinziellen Buchhändlers auf. Er kaufte sie zurück" (Brinks). - Henry Van de Velde war ein großer Verehrer Nietzsches und als Leiter der Weimarer Kunstgewerbeschule auch in räumlicher Nähe des von der Schwester des Philosophen geleiteten Archivs. Die Umgestaltung der Villa Silberblick, Sitz des Archivs, war ihm aufgetragen worden. Vor diesem Hintergrund gestaltete Van der Velde alle drei großen Nietzsche-Ausgaben der Insel: 1908 "Also sprach Zarathustra" und "Ecce Homo", und 1914 vorliegende "Dionysos Dithyramben", allesamt Meilensteine der deutschen Buchkunstbewegung: "Die harmonische, organische Einheit, die Zusammengehörigkeit von Typographischem und Ausstattung wird durch die Benutzung der Farbe Purpur für den Druck des Titels und der Vignette unterstrichen. Das Werk ist sorgfältig gesetzt und der Text auf dem Büttenpapier großzügig angeordnet. In seinem Maroquineinband (sic!), dessen Ausstattung auf die Schlußvignette des Textes zurückgreift, stellt sich das Buch als ein kostbares, in sich geschlossenes Werk dar." (Papiergesänge) - Zusätzlich im exklusvien Einband der seit 1907 von Van de Velde geleiteten Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar, hier in der auf 50 Exemplare geschätzten Variante mit kleinerer Vignette, signiert mit dem goldgeprägten Stempel dieser Institution auf dem Hinterspiegel. Laut Druckvermerk war die Luxusbindung nur für die Édition de Tête auf Pergament (Nrn. 1-20) vorgesehen. - Die Ränder im Schnitt mit sehr schmalem Lichtrand, insgesamt ausgezeichnet erhaltenes Exemplar des elegant gesetzten, breitrandigen Drucks, mit prächtiger Goldhöhung.
Philosophy and Sociology – The last work that Nietzsche prepared for publication, presented in arguably the most exquisite of the three Nietzsche volumes conceived by Henry van de Velde for Insel. With an illustrated title page, printed in purple and additionally hand-gilded, with book decoration and typography, all by Henry van de Velde. Bound in a masterful binding, executed in sumptuous Cape Saffian leather (signed: KGS Weimar) on five raised bands, a richly gilt title and vignette upon the front board, and continuous gilt fillets tracing the edges of the covers, as well as a gilt top edge (very minor, faint scuffing, the lower rear board with an exceedingly faint, barely perceptible stain). - For references and quotations, please refer to the German text. - One of only a handful of surviving volumes to feature hand-gilding of the title illustrated by English specialist Graily Hewitt, from a strictly limited print run of 130 copies on mould-made 'Aldwych' watermarked paper (the entire edition was restricted to just 150 copies). The design of this volume under guidance of Henry van de Velde, a devoted admirer of Nietzsche who, alongside this title, lent his visionary aesthetic to editions of "Ecce Homo" and "Zarathustra" (both 1908). Bound exclusively within the bindery workshop of the Grand Ducal Saxon School of Applied Arts in Weimar under Van de Velde's exacting supervision, the rear pastedown bears the institution's gilt stamp. Our offered specimen belongs to a highly exclusive variant, estimated at merely 50 copies, distinguished by a smaller title. According to the original colophon, present luxury binding was originally intended solely for the deluxe édition de tête printed on parchment (copies 1-20). The extremities display remarkably minimal, narrow shelf-wear. Overall, this remains a brilliantly preserved example of this elegantly typeset, wide-margined edition, distinguished by vibrant hand-gilding.
Limitpreis: 3000 €
Schätzpreis: 4500 €
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