Auktion 161

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Samstag, 24. Oktober 2026

Lose 1 - 1706

Los 817 Umfangreiches …

Umfangreiches Scherenschnittalbum mit ca. 110 Weißschnitten (wenige farbig), wohl niederländisch und möglicherweise aus dem Besitz von Willem van den Bosch. Ca. 1780-1850. Teils montiert auf farbigen Unterlagepapier, ca. 1,5 x 1,5 bis 15 x 20 cm, zus. auf 59 Bll. montiert in HLdr.-Album d. Zt. 4°. (beschabt, etwas fleckig).

Scherenschnitte

Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts – Die Niederlande gelten als eigentliche Wiege der europäischen Weißschnittkunst: Schon im 17. Jahrhundert entwickelte sich dort, ausgehend von Künstlerinnen wie Johanna Koerten-Blok, eine hochvirtuose, zunächst dem Adel und gebildeten Bürgertum vorbehaltene Schnitttradition. Der Weißschnitt - aus weißem Papier geschnitten und auf farbigem, meist dunklem Trägerpapier montiert - unterscheidet sich technisch vom später aufkommenden schwarzen Silhouettenschnitt und erlaubte ein breites thematisches Register jenseits des reinen Profilbildnisses. Während diese Kunst anderswo in Europa um 1830 abklang, blieb sie in den Niederlanden bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts lebendig und wurde, ursprünglich Elitenbeschäftigung, im Zuge sinkender Papierpreise zunehmend auch von bürgerlichen Amateuren, insbesondere jungen Frauen, ausgeübt. Die rund 110 Schnitte des vorliegenden Albums zeigen die typische motivische Vielfalt dieser Tradition: Personen- und Figurendarstellungen, Tiere, Kutschen, Reiter, Bäume, Blumen sowie bäuerlich-ländliche Genreszenen. Die Formate reichen von winzigen, ca. 1,5 x 1,5 cm messenden Miniaturen bis zu größeren, kompositorisch anspruchsvollen Blättern von 15 x 20 cm - ein Spektrum, das auf ein über längere Zeit und von unterschiedlichen Händen gewachsenes Familien- oder Gelegenheitsalbum verweist. Die Montage auf farbigem Untergrund folgt der klassischen Präsentationsweise des Weißschnitts, dessen durchbrochene Struktur erst im Kontrast zum dunklen Papier ihre plastische Wirkung entfaltet. Von besonderem Wert sind zeitgenössische handschriftliche Bezeichnungen auf einigen Blättern: "Mejn Frouw/ Anna Sara/ Tourenburgh", "Voor de Heer Campen", "J. Campen", "Ladder Jacob", "Bruigoms Neff Jan Bessan" und "D Heer Willem van den Bosch". Die Erwähnung des Bräutigamsneffen legt einen Entstehungs- oder Nutzungskontext im Rahmen einer Hochzeit nahe, die wiederholte Nennung Willem van den Boschs stützt die vermutete Provenienz, ohne dass sich eine gesicherte biographische Zuordnung treffen lässt. - Auf einigen Scherenschnitten mit folg. handschr. Bezeichnungen: "Mejn Frouw/ Anna Sara/ Tourenburgh", "Voor de Heer Campen", "J. Campen", "Ladder Jacob", "Bruigoms Neff Jan Bessan", "D Heer Willem van den Bosch".

Literature of 17th to 19th Century – Silhouette cutouts - Extensive album of paper cuttings with c. 110 white-cut silhouettes (a few in colour), probably Dutch and possibly from the collection of Willem van den Bosch. Ca. 1780-1850. Partly mounted on coloured backing paper, ca. 1.5 x 1.5 to 15 x 20 cm, altogether mounted on 59 leaves in a contemporary half-calf album. 4°. (Rubbed, somewhat spotted). The Netherlands are regarded as the true cradle of European white-cut paper art: as early as the seventeenth century, a highly virtuosic cutting tradition developed there, initially reserved for the nobility and the educated bourgeoisie, pioneered by artists such as Johanna Koerten-Blok. The white cut - cut from white paper and mounted on coloured, usually dark backing paper - differs technically from the black silhouette cut that emerged later, and allowed for a far broader thematic range beyond the pure profile portrait. While this art form faded elsewhere in Europe around 1830, it remained alive in the Netherlands well into the middle of the nineteenth century and, having originally been a pastime of the elite, was increasingly practiced by bourgeois amateurs, particularly young women, as paper prices fell. The roughly 110 cuttings in the present album display the typical thematic variety of this tradition: depictions of people and figures, animals, carriages, riders, trees, flowers, as well as rural, peasant genre scenes. The formats range from tiny miniatures measuring only about 1.5 x 1.5 cm to larger, compositionally ambitious sheets of 15 x 20 cm - a range that points to a family or occasion album that grew over an extended period and by different hands. The mounting on coloured backgrounds follows the classic manner of presenting white-cut work, whose openwork structure only achieves its full sculptural effect in contrast to the dark paper. Of particular value are contemporary handwritten inscriptions on several sheets: "Mejn Frouw/ Anna Sara/ Tourenburgh," "Voor de Heer Campen," "J. Campen," "Ladder Jacob," "Bruigoms Neff Jan Bessan," and "D Heer Willem van den Bosch." The mention of the bridegroom's nephew suggests a context of creation or use connected with a wedding, the repeated occurrence of the name Willem van den Bosch supports the presumed provenance, although a definite biographical identification cannot be established on the basis of the present material. Some of the silhouette cuttings bear the following handwritten inscriptions: "Mejn Frouw/ Anna Sara/ Tourenburgh," "Voor de Heer Campen," "J. Campen," "Ladder Jacob," "Bruigoms Neff Jan Bessan," "D Heer Willem van den Bosch."

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