Auktion 161

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Wertvolle Bücher, Graphik, Historische Photographie

Samstag, 24. Oktober 2026

Lose 1 - 1706

Los 678 Theodor von Pauly. Gegenwärtiger Standpunkt der …

Gegenwärtiger Standpunkt der Daguerréotypie in Frankreich, oder gründliche Anweisung, in dem zehnten Theile einer Secunde Personen und belebte Landschaften abzubilden. Mit besonderer Berücksichtigung der Chemie, so wie mit Angabe eines Verfahrens: die Versuche zu coloriren, in Kupfer abzubilden und galvanisch zu vergolden. Nebst einer Beschreibung des Herschelschen Chrysotyps. Dresden und Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1843. Gr.-8vo. VI, 87, S. Mod. Hldr. unter Verwendung des lithographierten Originalumschlags. Unbeschnitten

Photographie

Kunstwissenschaften – Heidtmann, 6085. - Roosens / Salu, History of Photography. A Bibliography, 2846. - Erste Ausgabe eines bemerkenswerten, frühesten deutschsprachigen Handbuchs zur Daguerreotypie. Der Verfasser bezeichnet sich auf dem Titel als "Kaiserl. Russ. Husaren-Lieutnant a. D." und gibt sich im Vorwort zugleich als praktisch tätiger Photograph zu erkennen. Über seine Person konnten über die einschlägigen fotohistorischen Bibliographien hinaus bislang keine gesicherten biographischen Angaben festgestellt werden. Pauly vermittelt nicht bloß eine allgemeine Darstellung des damals neuesten französischen Stands der Daguerreotypie, sondern konzentriert sich im umfangreichen dritten Teil auf die Werkstattpraxis: chemische Präparate und Rezepturen, Sensibilisierung und Entwicklung, Verarbeitung der Platten sowie Verfahren zur Kolorierung, zum Übertragen auf Kupfer und zur galvanischen Vergoldung. Die programmatische Ankündigung, "in dem zehnten Theile einer Secunde" Porträts und bewegte Landschaften aufnehmen zu können, dokumentiert zugleich die zeitgenössischen Bemühungen um empfindlichere Platten und drastisch verkürzte Belichtungszeiten. Besondere Bedeutung besitzt die beigefügte Beschreibung des von Sir John Frederick William Herschel 1842 entwickelten Chrysotypie-Verfahrens. Pauly dürfte damit eine der frühesten, möglicherweise die erste deutsche Darstellung dieses nur kurzzeitig erprobten Golddruckverfahrens vorlegen. Bei der Chrysotypie wurde Papier mit Eisenammoniumcitrat präpariert und das Bild nach der Kameraexposition mittels Goldchlorid entwickelt. Gegenüber der Kalotypie erwies sich das Verfahren jedoch als deutlich weniger lichtempfindlich. Die knappe Anweisung zur Herstellung von Kalotypien auf S. 87 erweitert den Band über die Daguerreotypie hinaus zu einem wichtigen Dokument der frühen Konkurrenz und Erprobung photographischer Positiv- und Negativverfahren. - Titel mit kleinem Stempel. Insgesamt ein breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar mit dem selten erhaltenen lithographierten Originalumschlag.

Science of Art – Photography. - First edition of a remarkable and very early German-language manual on the daguerreotype process. On the title page, the author describes himself as an "Imperial Russian former Hussar Lieutenant" and, in the preface, identifies himself as a practising photographer. Beyond the relevant bibliographies on the history of photography, no reliable biographical information about him has so far been established. Pauly offers more than a general account of the then most recent French developments in daguerreotypy. The extensive third part is devoted to workshop practice: chemical preparations and formulae, sensitising and developing, the treatment of plates, as well as methods of colouring, transferring images onto copper, and electro-gilding. The programmatic claim that portraits and animated landscapes could be photographed "within one tenth of a second" also records contemporary efforts to produce more sensitive plates and radically reduce exposure times. Of particular importance is the appended description of the chrysotype process developed by Sir John Frederick William Herschel in 1842. Pauly's account is likely among the earliest-and possibly the first-German descriptions of this briefly experimented-with gold-printing process. In chrysotypy, paper was prepared with ferric ammonium citrate and, after exposure in the camera, the image was developed in a gold chloride solution. Compared with the calotype, however, the process proved decidedly less light-sensitive. The brief instructions for producing calotypes on p. 87 extend the volume beyond daguerreotypy, making it an important document of the early competition between, and experimentation with, photographic positive and negative processes. Title page with a small stamp. A large-margined, untrimmed copy, retaining the rare lithographed original wrapper.

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