Online Katalog mit allen Losen / Auktion 161
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Samstag, 24. Oktober 2026
Lose 1 - 1706
Los 1689 Zwölf Münchner …
Zwölf Münchner Redout-Deutsche von verschiedenen Meistern. München, in der Falter'schen Musik- und Instrumenten-Handlung, 1811. 15 (1) SS., mit lithographierten Notensätzen. Oblongfolio (255 x 368 mm). Originale ockerfarbene Verlagsumschläge mit lithographiertem Titel auf dem Vorderdeckel. Ohne Plattennummer. Umschläge leicht angestaubt, sonst wohlerhaltenes, schönes Exemplar.
Musik
Varia (mit diversen Schlagworten) – Hans Schneider, Makarius Falter (1762-1843) und sein Münchner Verlag I, 250 und 357. - Von großer Seltenheit: KVK und OCLC verzeichnen weltweit lediglich zwei Exemplare - in der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) und in der Russischen Nationalbibliothek. - Eine Inkunabel der Lithographie und ein bemerkenswertes Zeugnis der frühen Musikdrucktechnik in Bayern. Die Sammlung vereint zwölf Redoute-Deutsche verschiedener Komponisten, die - nach Schneider - von Kessler für zwei Flöten arrangiert wurden. Der Titel verweist auf die Redoute, den seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum beliebten Maskenball, der ursprünglich dem Adel vorbehalten war und sich ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch dem Bürgertum öffnete. Das Werk erschien im Verlag der Firma Falter & Sohn, die zu den bedeutendsten Münchner Verlegern lithographierter Musik im frühen 19. Jahrhundert zählte. Wie Michael Twyman in seiner Standardstudie zur frühen lithographierten Musik hervorhebt, produzierte kein anderer großer Verleger ein derart breites Spektrum an Ausstattungsvarianten wie das Haus Falter & Sohn - von der Papierwahl über Gewicht und Oberflächenbeschaffenheit bis hin zu stilistischer und handwerklicher Qualität der Notenschrift und des Drucks selbst. Vorliegendes Exemplar mit seinem originalen, lithographiert illustrierten Umschlag veranschaulicht diese verlegerische Experimentierfreude in exemplarischer Weise. Die 1786 gegründete Falter'sche Musikhandlung nimmt in der Geschichte der Musiklithographie eine Schlüsselstellung ein, die weit über den bloßen Verlagsbetrieb hinausgeht: Alois Senefelder selbst berichtet in seinem Complete Course of Lithography (1819), dass er nach der Entdeckung seines Druckverfahrens gezielt zu "Mr. Falter, a publisher of music" nach München ging, um ihm die neue Technik anzubieten. Bereits 1796 erschien mit den 12 Neue Lieder fürs Klavier von Franz Gleissner die allererste kommerzielle lithographierte Musikpublikation überhaupt - gedruckt für Falter. Ein Jahr später folgte Falters lithographierte Ausgabe von Mozarts Zauberflöte, gedruckt von Senefelder selbst mit Hilfe zweier eigens angelernter Soldaten, bevor man aus Qualitätsgründen zeitweise wieder auf den Kupferstich zurückgriff. Vorliegende Ausgabe von 1811 entstand somit im ältesten und zugleich bedeutendsten Zentrum der frühen Musiklithographie Europas, gut fünfzehn Jahre nach deren Erfindung - die Bezeichnung als "Inkunabel der Lithographie" ist hier also wörtlich zu verstehen. Das Unternehmen firmierte ab etwa 1820 als Falter & Sohn und ging schließlich 1888 im Verlag Aibl auf. - Gutes Exemplar.
Varia and Miscellaneous – Music. - An incunable of lithography and a remarkable testament to the early history of music printing in Bavaria. The collection brings together twelve Redoute-Deutsche by various composers, arranged-according to Schneider-by Kessler for two flutes. The title refers to the *Redoute*, a masked ball popular in the German-speaking world from the late seventeenth century onwards. Originally reserved for the aristocracy, it also became accessible to the bourgeoisie from the second half of the eighteenth century.The work was published by the firm of Falter & Sohn, one of Munich's most important publishers of lithographed music in the early nineteenth century. As Michael Twyman emphasizes in his seminal study of early lithographed music, no other major publisher produced such a broad range of variants in presentation as the house of Falter & Sohn-from the choice, weight, and surface quality of the paper to the stylistic and technical quality of the music engraving and printing itself. This copy, with its original lithographically illustrated wrapper, is an exemplary illustration of the publisher's experimental approach.Founded in 1786, Falter's music shop occupies a key position in the history of music lithography that extends far beyond its activities as a publishing house. In his *Complete Course of Lithography* (1819), Alois Senefelder himself recounts that, following his discovery of the printing process, he went directly to "Mr. Falter, a publisher of music" in Munich to offer him the new technique. As early as 1796, Franz Gleissner's *12 Neue Lieder fürs Klavier* became the very first commercial lithographed music publication ever issued-printed for Falter. A year later, Falter's lithographed edition of Mozart's *Die Zauberflöte* followed, printed by Senefelder himself with the assistance of two soldiers trained specifically for the task, before the firm temporarily returned to copperplate engraving for reasons of quality.This 1811 edition was therefore produced in the oldest and at the same time most important centre of early music lithography in Europe, scarcely fifteen years after the invention of the process. The description "incunable of lithography" is thus to be understood quite literally here. From around 1820, the company traded as Falter & Sohn, and in 1888 it was ultimately absorbed into the Aibl publishing house. - A good copy.
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