Auktion 160

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Moderne und Zeitgenössische Kunst

Samstag, 11. Juli 2026, 11:00 Uhr

Los 861 Fritz Mock. Sammlung von 12 …

Sammlung von 12 Originalzeichnungen. (Bürgerliche Genreszenen). 1892-1900. Feder, Tusche und Aquarell teils in Grisaille auf Velin. Meist signiert oder monogrammiert (gelegentlich auch als F. bzw. E.Mock signiert). Verschiedene Formate: 22 x 27 cm (22,6 x 27,6 cm) bis 30,5 x 25 cm (35,7 x 25,6 cm). - Präzise Federzeichnungen teils in tiefschwarzer Tusche und tonaler Tuschlavierung, ergänzt um sehr zurückhaltende, tonige Aquarellwäschen.

Jahrhundertwende

Online - Moderne und zeitgenössische Kunst – DB, 103719330X. - SIKART. Lexikon zur Kunst in der Schweiz,4026019. - Seine künstlerische Ausbildung erhielt Mock in München als Schüler von Heinz Hein, Karl Raupp und Franz von Lenbach - drei Protagonisten der späten Münchner Schule, die Porträt-, Genre- und Gesellschaftsmalerei in hohem handwerklichem Niveau pflegten. Die Zeichnungen stehen stilistisch zwischen dem deutschen Illustrationsrealismus der Gründerzeit und dem frühen Jugendstil. Alle Blätter zeigen bürgerliche Genreszenen - die Intimität des häuslichen Salons, das pädagogische Verhältnis oder den eleganten gesellschaftlichen Auftritt .Die Originalzeichnungen sind rare Primärbelege für Mocks Arbeitspraxis als Illustrator: Sie zeigen die künstlerische Handschrift vor der drucktechnischen Übertragung, mit spontanen Korrekturen, Maßangaben und der charakteristischen Lockerheit der Lavierung in Grisaille-Manier, also Werke, die ausschließlich in den Werten von Schwarz, Grau und Weiß arbeiten und ihre räumliche Tiefe allein durch die Abstufung von Licht und Schatten gewinnen, die im Druck oft verloren ging. Virtuos schafft Mock in seinen Zeichnungen eine feine Sensibilität für die gesellschaftlichen Milieuschilderungen des Bürgertums der Belle Époque. Schließlich stehen Mocks Blätter auf der Schwelle zum Jugendstil, jener europäischen Reformbewegung, die in der Schweiz zwischen 1890 und 1914 besonders kräftig blühte. Die Silhouettenwirkung der Damenfigur von 1898, das dekorative Volumen der aufgetürmten Hüte, die Reduktion der Hintergründe auf flächige Andeutungen - das sind Züge, die in dieselbe Richtung weisen. Sein nächster formaler Verwandter ist der amerikanische Zeitgenosse Charles Dana Gibson (ebenfalls 1867 geboren), der mit denselben gesellschaftlichen Motiven in Schwarz-Weiß für den angloamerikanischen Markt arbeitete. Sein Schweizer Zeitgenosse Félix Vallotton sezierte exakt dieselbe bürgerliche Welt mit dem Holzschnitt und gesellschaftskritischer Ironie - Mock hingegen schildert sie mit wohlwollender Empathie und akademischer Eleganz, was die beiden zu den entgegengesetzten Polen der Schweizer Graphik um 1900 macht.

Online - Modern and Contemporary Art – Collection of 12 original drawings. (Scenes of everyday life). Pen, ink and watercolour, some in grisaille on vellum. Precise pen-and-ink drawings, partly in deep black ink and tonal ink washes, complemented by very restrained, earthy watercolour washes. Mock received his artistic training in Munich as a pupil of Heinz Hein, Karl Raupp and Franz von Lenbach - three leading figures of the late Munich School, who practised portraiture, genre and society painting to a high technical standard. Stylistically, the drawings lie between the German illustrative realism of the Wilhelminian era and early Art Nouveau. All the sheets depict bourgeois genre scenes - the intimacy of the domestic salon, the pedagogical relationship or the elegant social appearance. The original drawings are rare primary evidence of Mock's working practice as an illustrator: they reveal the artist's signature style prior to the printing process, featuring spontaneous corrections, measurements and the characteristic looseness of the wash in the grisaille manner-that is, works that operate exclusively within the values of black, grey and white and derive their spatial depth solely from the gradation of light and shadow, which was often lost in the printing process. In his drawings, Mock masterfully creates a subtle sensitivity to the social milieu of the Belle Époque bourgeoisie. Ultimately, Mock's works stand on the threshold of Art Nouveau, that European reform movement which flourished particularly vigorously in Switzerland between 1890 and 1914. The silhouette effect of the female figure from 1898, the decorative volume of the towering hats, the reduction of the backgrounds to flat, suggestive forms - these are features that point in the same direction. His closest formal counterpart is the American contemporary Charles Dana Gibson (also born in 1867), who worked with the same social motifs in black and white for the Anglo-American market. His Swiss contemporary Félix Vallotton dissected precisely the same bourgeois world with woodcuts and socially critical irony - Mock, on the other hand, depicts it with benevolent empathy and academic elegance, making the two the opposite poles of Swiss graphic art around 1900.

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Schätzpreis: 1000 €

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