Online Katalog mit allen Losen / Auktion 160
Moderne und Zeitgenössische Kunst
Samstag, 11. Juli 2026, 11:00 Uhr - im Nachverkauf
Los 292 Hermann Max Pechstein. Boxer. 1923. Kaltnadel auf JW …
Boxer. 1923. Kaltnadel auf JW Zanders-Velin (m. Wz.). 17,8 x 24,3 cm (28 x 39,2 cm). Signiert, datiert und bezeichnet "Probedruck". Punktuell auf Unterlage montiert. - In Kanten kaum sichtbar gegilbt, obere linke Ecke mit blasser, druckbedingter Farbspur, am linken Rand eine kaum sichtbare, geglättete Knickspur, insgesamt sehr gut. Prachtvoller, stellenweise herrlich gratiger Druck, punktuell mit experimentell geätzt belassenem Plattenton und tief eingeprägter Plattenkante, mit breitem Rand, an zwei Seiten mit dem Schöpfrand.
Klassische Moderne – Krüger R 156. - Probedruck vor der Auflage. - Sehr selten. - Pechstein befasst sich bereits um 1910 während seiner Zeit als Mitglied der "Brücke" mit dem Motiv des Boxkampfes und hält es im Medium der Zeichnung fest. Einige Jahre später übersetzt er es in das Medium der Graphik, das ihm die Möglichkeit eines experimentelleren Ausdrucks gibt. In kraftvollen, dicht gesetzten Linienschraffuren erfasst Pechstein die mehrfigurige Szenerie, konturiert die Bildpersonen in scharfen Kontrasten. Äußerst modern für seine Zeit und von höchster Imaginationskraft skizziert er den Vorder-, Mittel- und Hintergrund nur durch Schraffurenbündel in Staffelung und erschafft Räumlichkeit. Innerhalb der Figuren fällt insbesondere der Kopf des linken, von hinten erfassten Boxers auf, der tierische Züge aufweist. Ähnlichkeiten zu einem Raubtier wie einem Fuchs sind erkennbar, der Boxer als listiger Sportkämpfer denkbar. Unser Blatt entsteht in einer Zeit persönlicher Umbrüche, Erfolge und Niederlagen Pechsteins, die einem Boxkampf gleichen: 1922/23 trennt er sich von seiner Frau Lotte und heiratet in zweiter Ehe Marta Möller, die Preußische Akademie der Künste wählt ihn zum Mitglied, er erhält eine nominelle Professur, bricht mit seinem Kunsthändler Wolfgang Gurlitt und verliert seine finanzielle Sicherheit.
Classical Modernism – Drypoint on JW Zanders wove paper (with watermark). Signed, dated and indicated. Spot-mounted to underlying mat. - Hardly visible yellowed in edges, faint colour trace in upper left corner, due to technique, harly visible, smoothened crease mark in left margin, all in all very good. Splendid, mostly wonderfully burr-like impression with experimental etched plate tone in places and deeply impressed plate mark, with wide margin, deckle ege on two sides. - Proof print before the edition. - Very rare. - As early as 1910, during his time as a member of "Brücke," Pechstein explores the motif of the boxing match and captures it in drawings. A few years later, he translates it into the medium of printmaking which affords him the opportunity for a more experimental form of expression. Using powerful, densely applied hatching, Pechstein captures the multi-figured scene outlining the figures with sharp contrasts. In a style that is extremely modern for his time and demonstrates the utmost imagination, he sketches the foreground, middle ground and background solely through clusters of hatchings arranges in layers thereby creating a sense of space. Among the figures, the head of the the left-depicted boxer from behind is particularly striking, displaying animal-like features. Resemblances to a predator such as a fox are discernible, suggesting the boxer as a cunning athlete. This drawing was created during a period of personal upheaval, successes, and setbacks in Pechstein's life that resemble a boxing match: in 1922-23, he separates from his wife Lotte and marries Marta Möller in his second marriage, the Prussian Academy of Arts elected him a member, he is awarded a nominal professorship, he breaks ties with his art dealer Wolfgang Gurlitt and he loses his financial security.
Zuschlagspreis: 3000 €
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