Online Katalog mit allen Losen / Auktion 159
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Samstag, 25. April 2026, 10:00 Uhr
Los 930 Lorenz Heister. Descriptio novi generis …
Descriptio novi generis plantae rarissimae et speciosissimae Africanae ex bulbosarum classe. Mit drei handkolorierten Kupfertafeln. Braunschweig, Orphanotropheum (Waisenhaus), 1753. 1 Bl., XXVIII S. Imperial- Folio.
Botanik
Naturwissenschaften – Nissen BBI 842. - Pritzel 3922. - Stafleu II, 2592. - nicht bei Hunt Library Cat. - Kein Exemplar im internationalen Handel für uns derzeit nachweisbar, nur 1 Exemplar auf Auktionen der letzten 35 Jahre. Prachtvolle lateinische Monographie, in der ein neues, außerordentlich seltenes und besonders prächtiges afrikanisches Zwiebelgewächs vorgestellt wird. Dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg wird zu Ehren das neue Pflanzengeschlecht benannt, woraus die später gebräuchliche Gattungsbezeichnung Brunsvigia hervorgeht. In stiltypisch gelehrtem Latein erläutert Heister die Merkmale dieser Pflanze, beschreibt Aufbau, Wuchsform, Blätter, Blütenstand, Blütenstruktur, Zwiebel und Frucht, und grenzt sie sorgfältig von anderen bekannten Gattungen und Arten ab, wobei er ausdrücklich auf Irrtümer ("hallucinationes") früherer Autoren hinweist und eigene Korrekturen anbietet. Die Familie umfasst etwa 20 Arten, die im südöstlichen und südlichen Afrika von Tansania bis zu den Kapprovinzen Südafrikas heimisch sind. Zwei Jahre später beschrieb Lorenz Heister eine Pflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse, Aztekenlilien oder Jakobs-Lilien, die nach Johann Heinrich von Spreckelsen (1691-1764) benannt wurde, der Heister die Pflanzen geliefert hatte. Spreckelsen könnte auch an der Verbreitung der Brunsvigia beteiligt gewesen sein. Der deutsche Jurist und Hamburger Ratssekretär von Spreckelsen ließ in Hamburg den ersten privaten botanischen Garten anlegen, den der Naturforscher Carl von Linné bereits 1735 besucht hatte. Spreckelsen hatte dem Botaniker Lorenz Heister die ersten Exemplare von Lauchgewächsen aus seinem Garten zugesandt, woraufhin sie 1755 zu seinen Ehren den Gattungsnamen Sprekelia erhielten. Der Text ist vergleichsweise kompakt, dafür aber sehr konzentriert auf die botanische Charakterisierung und die systematische Einordnung der Pflanze, wie sie im 18. Jahrhundert üblich war. Ergänzt wird diese Beschreibung durch aufwendig gestaltete, großformatige Kupfertafeln, die das "rarissima" Gewächs in unterschiedlichen Ansichten zeigen. Die Tafeln sind prachtvoll koloriert und dienen nicht nur der Zierde, sondern vor allem der wissenschaftlichen Demonstration: Sie geben die Pflanze einmal in ihrer Gesamterscheinung mit Blütenstand und Blättern wieder, dazu im Detail die Struktur der einzelnen Blüte - etwa Kronblätter, Staubgefäße und Griffel - sowie die Zwiebel mit ihren Schuppen und die Frucht- bzw. Samenkapseln. Durch diese Kombination aus Gesamtansicht und detailreichen Einzelstudien ermöglichen die Abbildungen dem zeitgenössischen Leser, die in Worten beschriebene Morphologie visuell nachzuvollziehen, was besonders wichtig war, da es sich um eine in Europa kaum zu sehende, aus Afrika stammende Pflanze handelte. - Wohlerhalten.
Natural Sciences – No copy in the international trade can currently be verified by us, only 1 copy has appeared at auction in the last 35 years. Magnificent Latin monograph presenting a new, extraordinarily rare and particularly splendid African bulbous plant. In honour of the Duke of Brunswick-Lüneburg, the new plant genus is named, from which the later customary generic name Brunsvigia derives. In characteristically erudite Latin, Heister explains the characteristics of this plant, describing structure, growth habit, leaves, inflorescence, flower structure, bulb and fruit, and carefully distinguishing it from other known genera and species, explicitly pointing out the errors ("hallucinationes") of earlier authors and offering his own corrections. The family comprises about 20 species native to southeastern and southern Africa, from Tanzania to the Cape Provinces of South Africa. Two years later, Lorenz Heister described a plant from the amaryllis family, Aztec lilies or Jacobean lilies, which was named after Johann Heinrich von Spreckelsen (1691-1764), who had supplied Heister with the plants. Spreckelsen may also have been involved in the distribution of Brunsvigia. The German lawyer and Hamburg council secretary von Spreckelsen had the first private botanical garden in Hamburg laid out, which the naturalist Carl Linnaeus had already visited in 1735. Spreckelsen had sent the botanist Lorenz Heister the first specimens of alliums from his garden, whereupon in 1755 they were given the genus name Sprekelia in his honour. The text is comparatively compact, but highly concentrated on the botanical characterisation and systematic classification of the plant, as was customary in the 18th century. This description is supplemented by elaborately designed, large-format copperplate engravings that show the rarissima plant in different views. The plates are splendidly coloured and serve not only for adornment, but above all for scientific demonstration: they depict the plant in its overall appearance with inflorescence and leaves, and in addition, in detail, the structure of the individual flower - such as petals, stamens and style - as well as the bulb with its scales and the fruit or seed capsules. Through this combination of overall view and detailed individual studies, the illustrations enable the contemporary reader to follow visually the morphology described in words, which was particularly important because this was a plant from Africa that was scarcely ever seen in Europe. In well-preserved condition.
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