Online Catalogue with all Lots / Auction 161
Wertvolle Bücher, Graphik, Historische Photographie
Saturday, 24 October 2026
Lose 1 - 1706
Lot 595 19. Jahrhundert Französisch. Belagerungsszene. 1. Hälfte …
Belagerungsszene. 1. Hälfte 19. Jahrhundert. Aquarell auf Velin. 27,3 x 35,7 cm. In den oberen Ecken im Passepartout montiert.
Türkenkriege
Dekorative Graphik - Ansichten – Das Blatt zeigt die Erstürmung einer osmanischen Festung - zu erkennen an den turbantragenden Verteidigern auf der Mauer und den europäischen Angreifern in dunklen Uniformen mit Zweispitz-Hüten, die über Sturmleitern die Wälle erklimmen. Die Komposition mit den vielen Gefallenen im Vordergrund, dem berittenen Offizier in der Bildmitte und den brennenden Bastionen im Hintergrund ist typisch für Darstellungen der Russisch-Türkischen Kriege des späten 18. Jahrhunderts, insbesondere der Belagerungen von Ismail (1790) oder Otschakow (1788). Diese Ereignisse waren für die europäische Öffentlichkeit von großer Bedeutung: Die Erstürmung von Ismail unter Feldmarschall Alexander Suworow am 22. Dezember 1790 gilt als eine der blutigsten Schlachten des 18. Jahrhunderts - die osmanische Garnison verlor rund 26.000 Mann, die Festung galt zuvor als uneinnehmbar . Solche Szenen wurden in Europa vielfach als Auftragswerke für Zarin Katharina II. produziert, die ihre militärischen Erfolge gegen das Osmanische Reich bildlich dokumentiert sehen wollte. Stilistisch und thematisch passt das Blatt sehr gut zum Ouvre von Francesco Giuseppe Casanova (1727-1803), dem Bruder des berühmten Giacomo Casanova. Er war der bevorzugte Schlachtenmaler Katharinas II. und schuf mehrere Kompositionen zu genau diesen Themen, darunter "The Capture of Ismail" (um 1791) und Darstellungen der Belagerung von Otschakow - beide in einer vergleichbaren aquarellierten/lavierten Technik mit chaotischen Nahkampfszenen, gestürzten Leichen im Vordergrund und Sturmleitern an den Festungsmauern . Casanova hatte seine Ausbildung bei Schlachtenmalern wie Francesco Simonini und Charles Parrocel erhalten und arbeitete zeitweise in Wien für den Fürsten von Ligne, bevor er zahlreiche Werke für die russische kaiserliche Sammlung schuf - viele davon befinden sich heute in der Eremitage . Auch andere Militärmaler wie Michail Iwanow, der als Augenzeuge Skizzen vom Sturm auf Ismail anfertigte, oder Künstler aus dem Umkreis wie January Suchodolski (Ochakow-Darstellungen) kommen als Urheber in Frage .
Prints and Engravings - Views – Russo-Turkish War. - Watercolour on vellun. Mounted in the upper corners of the passe-partout. anuary Suchodolski (Ochakow-Darstellungen) kommen als Urheber in Frage . Für eine belastbare Zuschreibung wäre allerdings eine physische Untersuchung nötig: Papier, Wasserzeichen, Signatur (falls vorhanden) und Vergleich mit gesicherten Werken - etwa im Bestand der Eremitage oder des Russischen Museums, die mehrere vergleichbare Blätter zu Ismail und Otschakow besitzen . Sollten Sie das Werk für eine Auktion bei Jeschke Jádi einordnen wollen, wäre ein Abgleich mit Casanovas dokumentierten Gouachen aus der Zarin-Katharina-Serie der naheliegendste nächste Schritt. Übersetze ins Englische: Das Blatt zeigt die Erstürmung einer osmanischen Festung - zu erkennen an den turbantragenden Verteidigern auf der Mauer und den europäischen Angreifern in dunklen Uniformen mit Zweispitz-Hüten, die über Sturmleitern die Wälle erklimmen. Die Komposition mit den vielen Gefallenen im Vordergrund, dem berittenen Offizier in der Bildmitte und den brennenden Bastionen im Hintergrund ist typisch für Darstellungen der Russisch-Türkischen Kriege des späten 18. Jahrhunderts, insbesondere der Belagerungen von Ismail (1790) oder Otschakow (1788). Diese Ereignisse waren für die europäische Öffentlichkeit von großer Bedeutung: Die Erstürmung von Ismail unter Feldmarschall Alexander Suworow am 22. Dezember 1790 gilt als eine der blutigsten Schlachten des 18. Jahrhunderts - die osmanische Garnison verlor rund 26.000 Mann, die Festung galt zuvor als uneinnehmbar . Solche Szenen wurden in Europa vielfach als Auftragswerke für Zarin Katharina II. produziert, die ihre militärischen Erfolge gegen das Osmanische Reich bildlich dokumentiert sehen wollte. Stilistisch und thematisch passt das Blatt sehr gut zum Ouvre von Francesco Giuseppe Casanova (1727-1803), dem Bruder des berühmten Giacomo Casanova. Er war der bevorzugte Schlachtenmaler Katharinas II. und schuf mehrere Kompositionen zu genau diesen Themen, darunter "The Capture of Ismail" (um 1791) und Darstellungen der Belagerung von Otschakow - beide in einer vergleichbaren aquarellierten/lavierten Technik mit chaotischen Nahkampfszenen, gestürzten Leichen im Vordergrund und Sturmleitern an den Festungsmauern . Casanova hatte seine Ausbildung bei Schlachtenmalern wie Francesco Simonini und Charles Parrocel erhalten und arbeitete zeitweise in Wien für den Fürsten von Ligne, bevor er zahlreiche Werke für die russische kaiserliche Sammlung schuf - viele davon befinden sich heute in der Eremitage . Auch andere Militärmaler wie Michail Iwanow, der als Augenzeuge Skizzen vom Sturm auf Ismail anfertigte, oder Künstler aus dem Umkreis wie January Suchodolski (Ochakow-Darstellungen) kommen als Urheber in Frage . The sheet depicts the storming of an Ottoman fortress - identifiable by the turbaned defenders on the wall and the European attackers in dark uniforms with bicorne hats climbing the ramparts via storming ladders. The composition, with numerous fallen figures in the foreground, a mounted officer at the center of the image, and burning bastions in the background, is typical of depictions of the Russo-Turkish Wars of the late 18th century, particularly the sieges of Ismail (1790) or Ochakov (1788). These events were of great significance to the European public: the storming of Ismail under Field Marshal Alexander Suvorov on December 22, 1790, is considered one of the bloodiest battles of the 18th century - the Ottoman garrison lost around 26,000 men, and the fortress had previously been considered impregnable. Such scenes were frequently produced in Europe as commissioned works for Empress Catherine II, who wanted her military successes against the Ottoman Empire documented in pictorial form. Stylistically and thematically, the sheet fits very well into the oeuvre of Francesco Giuseppe Casanova (1727-1803), brother of the famous Giacomo Casanova. He was Catherine II's preferred battle painter and created several compositions on exactly these subjects, including "The Capture of Ismail" (c. 1791) and depictions of the Siege of Ochakov - both in a comparable watercolor/wash technique with chaotic close-combat scenes, fallen bodies in the foreground, and storming ladders against the fortress walls. Casanova had trained under battle painters such as Francesco Simonini and Charles Parrocel and worked for a time in Vienna for the Prince of Ligne, before creating numerous works for the Russian imperial collection - many of which are now held in the Hermitage. Other military painters, such as Mikhail Ivanov, who made sketches as an eyewitness to the storming of Ismail, or artists from his circle such as January Suchodolski (depictions of Ochakov), are also candidates for authorship.
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Estimate: 600 €
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